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Haschomer Hazair
Der Pfadfinderbund Haschomer Hazair in Deutschland wurde 1931 als Ableger des zu dieser Zeit ca. 40 000 Mitglieder umfassenden Weltverbandes Schomer
Hazair gegründet. Einzelne Gruppen anderer Bünde schlossen sich dem neuen Bund an. 1931 gab es Gruppen in Hamburg, Mannheim, Köln, Dresden und Essen. Der Haschomer Hazair (Der junge Wächter) war ein auf Auswanderung gerichteter chaluzischer Bund mit dem Ziel des Arbeiterlebens in Palästina, stand dem deutschen Kommunismus aber ablehnend gegenüber.
Ende 1936 gab es in acht
Städten 800 Mitglieder, davon 300 in Berlin. Die Altersstruktur wies ein Verhältnis von Mittleren, Jüngeren und Älteren von 3:3:1 auf. Fast die Hälfte der Jugendlichen, 45%, kam aus ostjüdischem Milieu. Von der durch
Berufsverbote und starker Einschränkung der Ausbildungsmöglichkeiten steigenden Arbeitslosigkeit unter den Juden waren 1936 17% der Jüngeren und 22% der Älteren des Haschomer Hazairs betroffen. Auch den jüdischen
Betrieben wurde die Ausbildung durch die Innungen erschwert, die sich weigerten jüdische Auszubildende anzuerkennen.
Im Haschomer Hazair wurde auf die Pionierarbeit in Palästina hingearbeitet. Die Disziplin wurde stark betont, und schon den Jüngsten sollte durch eine Art Wüstenromantik, die sich an der biblischen Geschichte orientierte, zu jüdischer Identitätsfindung verholfen werden.
Auch der Haschomer Hazair war von zunehmenden Schikanen betroffen. Auflagen und Einschränkungen durch regionale Behörden erschwerten die Ausbildungsarbeit. Versammlungen von mehr als zwanzig Leuten wurden 1935 verboten. Derartige Auflagen wurden teilweise willkürlich verhängt und wieder aufgehoben. Durch seine Palästina-Orientierung blieb der Haschomer Hazair bis zur Auflösung im Zuge des Verbotes jüdischer Jugendbewegung im November 1938 bestehen. Die Auswanderungslehrgüter blieben noch bestehen, wurden jedoch mit der Verpflichtung der Juden zu "obligatorischen Arbeitseinsätzen" 1941 zu Zwangsarbeitslagern und
mussten nach und nach schließen, da die Jugendlichen bereits deportiert wurden.
Bodo
Mrozek
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