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Die Gemeinschaft für Frieden und Aufbau
Weniger bekannt als zum Beispiel die Baum-Gruppe ist die Widerstandsgruppe "Gemeinschaft für Frieden und Aufbau", eine in Luckenwalde operierende Gruppe, deren Mitglieder vorwiegend aus mittelständischen Verhältnissen stammten.
Sie bildete sich im September
1943 und wurde durch aktive Beteiligung untergetauchter Juden mitgetragen. Sie ist politisch schwer einzuordnen, die Handlungsmotivationen der Gruppenmitglieder
lassen keine gemeinsame
Zielvorstellung erkennen. Somit erscheint die "Gemeinschaft" als individuelles Gebilde, das stark durch die charismatischen Initiatoren Werner Scharff und Hans Winkler geprägt wurde.
Werner Scharff war als rassisch Verfolgter aus dem KZ Theresienstadt entkommen, bevor er die Widerstandsgruppe gründete.
Widerstandsaktivitäten waren das Verstecken und die Unterstützung illegal lebender
Juden, Beschaffung falscher Papiere und das Versenden von Kettenbriefen mit dem Aufruf zu "passivem und aktivem Widerstand". Weiterhin nahm die Gruppe Kontakt zu
organisierten Kriegsgefangenen auf. Jüdischen Spitzeln, sogenannten "Greifern"
mit der Aufgabe versteckte Juden aufzuspüren, wurden fingierte Todesurteile zugestellt. Die
Vollstreckung wurde zwar erwogen, jedoch nicht ausgeführt. Noch 1944 erschienen drei Flugschriften mit vergleichsweise hohen Auflagen. Dagegen überraschen die teilweise
dilettantisch anmutenden Organisationsformen, so das Verfassen von Mitgliederlisten und Ausstellen von Mitgliedsausweisen - ein Leichtsinn, der alle Gebote der
konspirativen Arbeit verletzte.
Auch die Gemeinschaft für Frieden und Aufbau konnte von der Gestapo
gefasst werden, durch das Kriegsende kam es jedoch nicht mehr zu Verurteilungen. Dennoch wurden
sechs Mitglieder der "Gemeinschaft" in Lagern ermordet.
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Foto: Gemeinschaft für Frieden und Aufbau - Eugen Herman Friede mit HJ-Uniform getarnt im Versteck bei Winklers, 1943 in Luckenwalde
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